Matthias Schweighöfer – im Interview

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Matthias Schweighöfer – im Interview

Matthias Schweighöfer hat ein Album gemacht, weil Musik und Matthias Schweighöfer einfach zusammengehören. „Es sollten Songs sein, die dich egal ob sie mit kleinem oder mit großem Besteck aufgenommen wurden – etwas fühlen lassen, die etwas mit dir machen.“

Um das zu erreichen, hätte Matthias Schweighöfer wohl mit den größten Produzenten der Welt arbeiten können. Aber stattdessen hat Matthias eine Vision und macht sich dafür mit seinen Jungs an die Arbeit. Seine Jungs, das sind Arne Schumann und Josef Bach, die schon den Score zu Matthias letztem Film „Der Nanny“ beisteuerten. Aus musikalischen Ideen werden erste Skizzen und schließlich instrumentale Songs, die wiederum Inspiration für die Texte werden, die Matthias Schweighöfer während intensiven Sessions gemeinsam mit Nisse und Jasmin Shakeri geschrieben hat.

Anschließend ging es an die Aufnahmen im Funkhaus Berlin und in den Hansa Studios. Dort standen aber nicht nur Matthias und seine Band vor dem Mikrofon, sondern auch Musiker aus dem Orchester des legendären Filmmusikkomponisten Danny Elfmann.

Interview: Tom Jentsch
www.facebook.com/matthias.schweighoefer

20160919_MS_FH_BLN_0894„Lachen Weinen Tanzen“ heißt dein Albumdebut. Der Titel verweist auf elementare Teile eines Lebens. Hast du Musik auch immer als Begleitung schöner und/oder schwerer Momente in deinem Leben mit abgespeichert?
Ja, Musik gehört zu meinem Leben, in guten wie in schlechten Zeiten. Es wäre mal interessant dafür Playlisten zu erstellen.

Gibt es dann also vielleicht auch Songs/Alben, die du heute nur schwer hören kannst, weil da dann eben Erinnerungen an schwere Zeiten mit hochgeschwemmt werden?
Es gibt Lieder, in denen man sich in schweren Zeiten überhört hat, die einen dann nicht mehr in die Stimmung tragen von früher. Die erinnern dann eher an alles drum herum.

Nachdem du dich ja schon immer auch sehr um die musikalische Seite deiner Filme gekümmert hast, gibt’s da Vorbilder, bei denen du das sehr gelungen findest? Also Regisseure, durch deren Filme sich auch eine deutliche musikalische „Handschrift“ zieht?
Es kommt darauf an, wie man es betrachten möchte – ob man eher auf den Soundtrack oder Score geht. Was den Score angeht, finde ich Thomas Newman und Danny Elfman unfassbar gut. Auch Max Richter ist großartig. Bei „Silver Linings Playbook“ gibt es einen fantastischen Score von Danny Elfman. Und als guter Soundtrack von früher würde ich „Bandits“ nennen.

In der Info zu deinem Album wird Coldplay als herausragende Band genannt. Hast du die Band auch persönlich kennengelernt?
Ich habe die Band leider noch nie persönlich kennengelernt – das wäre der Wahnsinn. Oder wenn man als ihre Vorband spielen würde, das wäre unfassbar.

CoverAufgenommen wurde u.a. in den Hansa Studios, wo ja u.a. auch schon Bowie, Nick Cave, Depeche Mode, Falco und U2 aufgenommen haben. War die Geschichte der Studios ausschlaggebend für die Auswahl?
Nein, es war ein Glücksbringer und ein Hauch von Nostalgie, aber wir haben uns vor allem dafür entschieden, weil es ein sehr gutes Studio ist und wir gleichzeitig spielen und aufnehmen konnten.

Was war denn der erste im Kino gesehene Film, an den du dich erinnern kannst?
„E.T. – Der Außerirdische“ von Stephen Spielberg.

Dem Album folgt höchstwahrscheinlich dann irgendwann eine Tournee. Beim Film kann man auch mal nen Take verkacken und macht dann einfach den nächsten. In ner Konzertumgebung ist das schwieriger. Wird also gerade viel mit der Band geprobt?
Es wird gerade wahnsinnig viel mit der Band geprobt, das macht großen Spaß – aber das Schöne ist – und da antworte ich mit einer Textzeile aus „Fliegen“: „Und ich helf dir singen und egal wie laut sie lachen, und wenn sie mit Tomaten nach uns werfen, ich helf dir singen. Helf dir singen, Arm in Arm so laut es geht, denn nichts ist so schön wie dieses Lied.“ Da kann man auch einmal ein Fehler machen und es ist nicht so schlimm.

Deine Wunschvorband für eine Tour wäre?
Ich würde mich freuen, wenn Jennifer Kay und Nisse bei mir spielen, das fände ich super.

Das Album gibt’s bei amazon auch als limitierte Fanbox. Was gibt’s denn in der Box?
Das Album auf Doppelvinyl mit Downloadfile, die CD im Digipack, einen Siebdruck, der per Hand gedruckt wurde und einen Stoffbeutel mit dem „Lachen Weinen Tanzen“ Schriftzug.

20160919_MS_FH_BLN_1132Stichwort amazon, ab dem 17. März kann man da die exklusive, sechsteilige Serie „You Are Wanted“ mit dir in der Hauptrolle anschauen. Es ist ein Thriller und es geht um Manipulationen im Internet. Gehst du seither anders mit deinen Daten um, oder warst du da schon immer sehr bewusst und vorsichtig unterwegs?
Die Frage ist, wie vorsichtig kann man im Internet sein. Ich glaube, sobald man es nutzt, ist man bedingt unvorsichtig, aber wie soll es auch ohne gehen?!

Bei amazon haben schon über 50 Leute Kritiken zu der Serie geschrieben, obwohl es gerade mal den Trailer gibt seither. Kratzt dich sowas, wie gehst du mit Kritik um?
Ja, Kritik tut weh, ist aber auch produktiv und gut. Sie ist etwas sehr Wichtiges. Damit kommt man weiter und bleibt nicht stehen.

Ein weiteres Projekt ist die Verfilmung des Bestsellers „Generation Beziehungsunfähig“. Kanntest du den Autor schon davor?
Nein, den Autor kannte ich vor dem Projekt noch nicht.

Gibt es vielleicht auch schon Pläne für einen eigenen Roman?
Im Moment kann ich es mir nicht vorstellen.

Am Schluss noch etwas zum eigenen Musikkonsum. Wie entdeckst du neue Musik und wie hörst du sie ? CD? Vinyl? Digital?
Ich höre viel Vinyl, aber entdecke Musik auch digital und durchforste das Netz nach guter Musik.