Auf [k]eine Kippe mit: Amanda

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Amanda

Die Mama war Soulsängerin. Der Papa Amerikaner, MC und Radio
DJ. Zu Hause umgeben von den amerikanischen Soul-Klassikern und
Gangsterrap der 80er. Papa schenkt Amanda ein Fisher-Price-Mikro…
Großer Zeitsprung. Mark Forster nimmt die Vocals für sein Album auf.
Amanda schickt ihm eine Whats-App-Nachricht: „Ich will nur noch Musik machen jetzt.“ Mark schickt einen Beat zurück. Erster Song entsteht. Dann ein ganzes Album. Am 23. Juni erschien ihr Album „Karussel“ und wir dachten uns, dass es mal Zeit für eine entspannte Kippe mit Amanda ist…

Interview: Tom Jentsch
www.amanda-official.de

0_Amanda_Karussel_AlbumcoverAmanda, hast du mal Feuer?
Man nennt mich in Insiderkreisen lustigerweise Feuer… aber nicht
wegen Rauchen, sondern wegen Feuersalamander(a). Ich hätte aber
auch ohne den Spitznamen eins (lacht). Von daher, „nkla“!
Son Zigarettchen ist für viele Leute ja so ne Art Mini-Pause. Bei dir
ists zur Zeit auch alles andere als langweilig… Videos, Interviews,
Shows… ziehst du da zwischendurch auch mal ganz bewusst die
Entspannungs-Notbremse, und wenn ja: was funktioniert für dich
am besten zum Entspannen?
Zum Abschalten mache ich am liebsten zwei Dinge: Entweder zocke
ich zuhause Playstation. Aktuell Fallout 4. Da daddel ich mich einfach
mal ein, zwei Tage dumm und dämlich, denk an nichts und ruhe
meinen Körper dabei faul auf der Couch aus. Oder ich bin irgendwo
draußen mit meinem Hund frische Luft schnuppern. Dann am liebsten
an einem der Berliner Seen.

„Karussell“ heißt dein Album; warum hast du dich für den Titel
entschieden?
Als ich mit Mark Forster die ersten paar Songs fürs Album fertig geschrieben
hatte, haben wir ziemlich schnell festgestellt, dass all die kleinen
Geschichten aus meinem Leben eine ganz schöne Gefühlsachterbahn
sind. Es reißt einen gnadenlos von einer Emotion in die nächste.
So ist es ja auch in meinem Leben. Mark sagt immer, ich wäre eine verrückte Nudel und da hat er auch ein bisschen Recht. Heute bin ich übertrieben happy, morgen herrscht bei mir extremster Weltuntergang. Grade hab ich total Bock, danach eigentlich nie wirklich Bock gehabt. Jetzt vielleicht ja, später dann aber
definitiv nein… up, down, left, right. „Multiple Persönlichkeit“
wäre voll der strange Albumtitel gewesen, also haben wir uns für die
romantische Variante entschieden und beschreiben die Art und Weise,
mit denen ich meine Themen auf dem Album behandle, liebevoll als
„Karussell“ (lacht)!

Eine meiner frühen Kindheitserinnerungen bezieht sich auf ein
Kettenkarussell. Hat dir sowas schon immer gefallen und bist du
auch heute Achterbahn/Adrenalin-Junkie, oder ist das eher nix
für dich?
Ich bin für sowas immer zu haben, ich liebe Freizeitparks (strahlt)!
Achterbahn geht aber nur, wenns nicht zu steil ist – und keine Holzachterbahn. Da hab ich mega Angst vor. Den geilsten Freizeitpark-Tag hatte ich übrigens mit 12 Jahren. Sommerferien. Meine beste Freundin war für eine Woche zu
Besuch und mein Dad hat uns einen Tag im Europa-Park geschenkt. Nur sie und ich. Keine Eltern. Epic.

Du bist bekennende Augenbrauen-Fetischistin, kuckst du dann bei
Mädels (und Jungs?) auch immer zuerst auf die Augenbrauen?
Ja, schlimm, mach ich wirklich… Die erste Augenbraue in die ich mich übrigens unsterblich verliebt hatte damals war die von Justin Timberlake – zu NSYNC-Zeiten. Es war die linke glaube ich. Ich war damals 14 und hab die per VHS selbst aufgenommenen Musikvideos pausiert, um mir das ganz genau
anzugucken – total bescheuert (lacht).

Überhaupt, Jungs und Kosmetik – geht das überhaupt? Ist das heutzutage total normal?
Ey, ich bin immer für Make-up! Make-up for President! Wer Make-up
tragen will, egal ob Typ oder Frau – GO! Typen brauchen da natürlich
ne gewisse Extraportion an Selbstbewusstsein, wenn sie nicht nur
hier und da ein bisschen abdecken wollen, sondern im Full- Glam-
Glow-Up-Smokey-Cat-Eye raus wollen, ist klar. Die Welt ist hart.
Aber ich hab da nichts dagegen. Ich hab nur was dagegen, wenn der Typ
sich besser schminkt als ich. Auf Instagram gibts einen, der schminkt
sich so geil! Bei den Fotos denke ich immer, ich wäre der Kerl – zieht
euch mal James Charles rein!

Regie zum „Blau“-Clip hat ja ein gewisser Kim Frank geführt…
der hat ja früher schon Karriere in nem ganz anderen Bereich
gemacht – warst du Fan?
Kim THE Frank hat by the way auch „Ich kann nicht schlafen“ und
„Meine Frau“ gedreht! Und, klar war ich Fan! Ich hab das ECHT Album
damals rauf- und runter gehört und „Wir habens getan“ mitgesungen,
da wusste ich noch nicht mal was „Wir habens getan“ bedeutet!
„Wo bist Du jetzt“, „Du trägst keine Liebe in Dir“ – hör mir auf: Das war
meine Jugend. Umso größer war der Flash, als ich erfahren habe, dass ich
mit Kim arbeiten werde! Und es war ein Traum für mich. Ich feier Kim
extrem.

Hast du eigentlich das Fisher Price-Mikro aus Kinderzeiten noch?
Nein, das gibt es leider nicht mehr. Aber meine Zwillingsbrüder kommen
langsam in ein Alter, wo ich ihnen mal so eins besorgen müsste.