Wie sexistisch ist die (Hochschul-) Welt?

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Wie sexistisch ist die (Hochschul-) Welt?

Sexismus ist leider auch im Jahre 2017 ein immer noch
präsentes Thema. Wie verhält es sich damit eigentlich an
deutschen Hochschulen?

Zahlen & Fakten

Es gibt mehr männliche als weibliche Studenten, obwohl jedes Jahr mehr Frauen als Männer Abitur machen. Grund dafür ist wohl unter anderem die Perspektivlosigkeit für viele Frauen, denn auch in akademischen Berufen ist der sogenannte „Gender Pay Gap“, also die Geschlechter-Einkommenslücke, unfassbar groß. Frauen verdienen im Durschnitt circa 16 Prozent pro Stunde weniger als Männer. In sogenannten „Frauenberufen“ sogar rund 27 Prozent weniger und in von Männern dominierten Berufsfeldern 13 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Laut einer Umfrage, an der auch die Hochschule Aalen beteiligt war, beträgt die Gehaltslücke bei Frauen in jungen deutschen Hightech-Firmen sogar 25 Prozent. Um darauf aufmerksam zu machen, wurde der „Equal Pay Day“ eingeführt: ein Aktionstag, der symbolisch aufzeigt, wie viel länger Frauen arbeiten müssen, um gleich viel zu verdienen wie Männer. Der #EPD2018 ist am 18. März 2018.

Sexuelle Belästigung

Studien ergaben, dass jede zweite Studentin in Deutschland im Laufe ihrer Studienzeit belästigt wird. 22% aller Studentinnen fühlten sich schon einmal gestalkt, 2,3% erlebten schon mal sexuelle Gewalt. Eine überraschende Mehrheit dieser Fälle, zwischen 82% und 90%, ging von Kommilitonen aus.

pexels-photo-278312Die sexistischste Hochschule Deutschlands

Während man wohl rein technischen Hochschulen mit überwiegend männlichen Studenten den Sexismus leicht vorwerfen kann, sind Frauen hier doch pure Exotik und leichte Angriffsflächen, hat dennoch die Schreibschule der niedersächsischen Universität Hildesheim die Sexismusdebatte an deutschen Hochschulen in Gang gesetzt. Schülerinnen beschwerten sich über eine Benachteiligung, ihre Werke würden immer nur als „Frauenliteratur“ und als weniger anspruchsvoll abgetan und sie als Autorinnen belächelt. Zudem sei an sich die Welt der literarischen Studiengänge noch viel zu festgefahren in einer vergangenen Zeit, die Lektüren im Studium umfassen fast ausnahmslos nur heteronormative Titel weißer Männer.

pexels-photo-576922Was kann man dagegen tun?

Nun stellt sich natürlich die Frage: Wie können Studenten oder auch die Hochschule selbst gegen Sexismus vorgehen? An der Hildesheimer Universität hat sich zum Beispiel als Reaktion auf die Sexismusvorwürfe ein Studierendenkollektiv gegründet, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Vorwürfe öffentlich und auf sie aufmerksam zu machen. Zudem ist an baden-württembergischen Hochschulen eine sogenannte Gleichstellungsbeauftragte beziehungsweise ein Gleichstellungsbeauftragter Pflicht. Studenten können auf diese Person zugehen, wenn sie das Gefühl haben, ungerecht behandelt oder gar belästigt zu werden. Die renommierte amerikanische Harvard Universität ging sogar so weit, ihr erfolgreiches Männerfußballteam 2016 für den Rest der Saison zu sperren, als öffentlich wurde, dass diese seit Jahren sexistische Bemerkungen gegenüber Spielerinnen des Frauenteams machten. Ein drastischer, jedoch wahrscheinlich erfolgreicher Schritt