Studieren und Fußballkarriere?! Teil 2

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Studieren und Fußballkarriere?!

Manch einer träumt von einer Karriere als Fußballstar, manch einer von einer Akademikerlaufbahn. Der ein oder andere schafft es auch. Und dann gibt es auch noch die, die schaffen einfach mal beides. Zwei junge Profifußballer, die neben ihrer Sportlerkarriere auch noch studieren, haben uns unsere wichtigsten Fragen beantwortet. Teil 2:

Marnon Busch

Marnon (22) spielte vor seinem Wechsel zum 1.FC Heidenheim dieses Jahr sowohl bei Werder Bremen als auch bei 1860 München.

Was studierst du?
Ich studiere Sportbusiness und Management an der IST Düsseldorf.

Wie kam es zu deiner Entscheidung, neben der Sportlerkarriere noch zur Uni zu gehen?
Ehrlich gesagt war mir eigentlich relativ langweilig neben dem Fußball, weswegen ich ein Praktikum bei Werder Bremen absolviert habe. Dort habe ich ein Jahr in verschiedenen Bereichen des Vereins Einblicke bekommen. Ich war im CSR-Bereich, durfte in den Management-Bereich und im NLZ hereinschnuppern. Dann habe ich mich dazu entschlossen, das nach meiner Karriere auch machen zu wollen. Ich wollte mich nicht auf mein Abitur verlassen, sondern erst mal den Bachelor machen und dann eventuell noch den Master machen.

War nur Fußball jemals eine Option für dich?
Nein, deswegen wollte ich meine Schule auch unbedingt mit dem Abitur abschließen. Neben dem Fußball brauche ich einfach noch einen Ausgleich, denn Fußball kann auch schnell vorbei sein, da ich mich morgen beispielsweise schwer verletzen könnte. Man braucht einfach ein zweites Standbein.

Wie sieht dein typischer Tagesablauf aus?
Der richtet sich natürlich nach dem Trainingsplan. Wenn wir nur einmal nachmittags trainieren stehe ich morgens auf und frühstücke, anschließend setze mich an den PC und schaue mir die Vorlesungen an. Ich fasse diese dann zusammen und markiere mir das wichtigste. Danach fahre ich zum Training und abends schaue ich mir das wichtigste noch einmal an.

Wie geht es nach deinem Abschluss weiter?
Momentan befinde ich mich im zweiten Semester, ich habe also noch ein paar Jahre vor mir. Nach dem Bachelor möchte ich aber ein halbes Jahr pausieren, bevor ich dann den Master beginne, der zwei Jahre dauert. Nach dem Master hoffe ich, noch Fußball spielen zu können und nach meiner Profikarriere möchte ich in einem Verein arbeiten.

Wie viele weitere Spieler kennst du, die ähnliche Wege gehen?
Beim FCH weiß ich beispielsweise, dass Maxi Thiel noch nebenher studiert. Dass er dasselbe wie ich studiert und bereits im vierten Semester ist, nutze ich manchmal zu meinem Vorteil (lacht). Bei meinem alten Verein, Werder Bremen, hat Clemens Fritz studiert. Ich habe das Gefühl, dass da ein kleiner Wandel passiert gerade bei den jüngeren Spielern. Auch in den Vereinen wird die schulische Bildung gefördert und begrüßt.

Was sagen andere Teammitglieder zu deiner Entscheidung, nebenbei noch zu studieren?
Bisher gab es dazu noch kein negatives Feedback, die finden das alle gut.

Was sagen Eltern und Freunde zu deinem eher ungewöhnlichen Werdegang?
Viele meiner Freunde studieren, daher ist es für sie nichts Ungewöhnliches. Von meinen Eltern wurde das auch eingefordert, die beiden erinnern mich daran, dass es schnell vorbei sein kann mit der Profikarriere. Meinem Papa war es besonders wichtig, aber er hat mich nie gezwungen, denn man muss so etwas selbst wollen. Wenn andere zum Beispiel auf das Oktoberfest gehen, kann ich nicht eben nicht mit, man muss kürzertreten. Aber, wenn man dafür die Sicherheit hat, später etwas vorweisen zu können, fällt es einem nicht so schwer.

Könntest du dir vorstellen, deine Fußballkarriere für ein Angebot aus deiner „Studienbranche“ an den Nagel zu hängen?
Nein. Fußball ist das Beste auf der Welt, das würde ich für nichts eintauschen.