Julia Engelmann – Der Urban Hero im November

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Julia Engelmann – Der Urban Hero im November

Als Deutschlands berühmteste Poetry-Slammerin sollte der Name Julia Engelmann mittlerweile vielen bekannt sein, als Stimme ihrer Generation begeisterte sie bereits ein Millionenpublikum. Sie veröffentlichte bereits 3 Bücher, die allesamt auf der „Spiegel Bestsellerliste“ landeten. Nun begeistert sie ihre Fans auch mit Musik. Den neuen Song „Grüner wird’s nicht“, wie auch eine ganze Reihe weiterer Songs wird Julia natürlich auch auf ihrer Tour spielen, auf der sie ihr neues Live-Programm zeigen wird. Dazu erscheint auch ihr Debütalbum, welches den wunderbar passenden Titel „Poesiealbum“ trägt. Wir haben uns mit der jungen Frau über ihre Anfänge, Fernfreundschaften und das erste Album unterhalten…

Julia-Engelmann-Pressefoto-2017---CMS-SourceName: Julia Engelmann
Alter: 25
Wohnort: Berlin

Hallo Julia, kennst du eigentlich den Song „Hallo Julia“ von TEX (deutscher Singer/Songwriter)? Er ist eine Ode an deinen Namen und könnte dir vielleicht schon begegnet sein…
Nein, aber ich habe es jetzt angemacht und höre es parallel zum Interview. (Nachtrag: Me Gusta!)

Angefangen hast du in einer Jugendtheatergruppe, anschließend hattest du eine Rolle in „Alles was zählt“! Wie kam es zu der Rolle? Ist sie dir „zugeflogen“ oder hast du bewusst danach gesucht?
Von beidem ein bisschen. Ich wollte früher immer Schauspielerin werden und hab mich irgendwann bei einer Casting-Agentur beworben, die mich zu vielen Castings geschickt hat. Eins davon war „Alles was zählt“ und die Zusage kam für mich zur perfekten Zeit: Ich war grade 18 geworden und voller Vorfreude auf Fernsehen und nach Köln ziehen.

Du bist heute Deutschlands berühmteste Poetry-Slammerin. In welchem Alter hast du gemerkt, dass du mit Worten so verdammt gut umgehen kannst?
Ich wollte schon immer Schreiben, ich wusste nur nie genau, was. Und: Ich habe mir schon immer gerne und viele Fragen gestellt und philosophiert. Als ich mit 17 zufällig Poetry Slam entdeckt habe, habe ich sofort gefühlt, dass ich das auch machen möchte!

Am 10. Oktober hast du deine Debütsingle „Grüner wirds nicht“ veröffentlicht, die auf deinem gleichnamigen Gedicht basiert. Musikalisch bist du also auch. Haben deine Eltern dich damals vor die Wahl gestellt: Entweder Sport oder ein Instrument?
Meine Eltern haben mir schon immer viel Freiheit, viele Möglichkeiten und viel Unterstützung gegeben, wofür ich ihnen unfassbar dankbar bin – ich durfte Klarinette, Fechten, Tanzen, Klavier, Theater und alles Mögliche ausprobieren.

Zögert deine/unsere Generation deiner Meinung nach wirklich so gerne? Ja, viele sind auf Sicherheit bedacht, aber wagen es nicht auch sehr viele den langen, steinigen Weg der Selbstverwirklichung zu gehen?
Dazu fällt mir vieles ein: Ich glaube, viel mehr noch als Generationen haben Menschen im Allgemeinen viele Dinge gemeinsam: Dazu gehören auch die Eigenschaft, sich entwickeln und finden zu wollen, ebenso wie die Ängste, die einen vielleicht zum Zögern bringen… Und: In meinem Mikrokosmos sind viele Menschen verschiedenen Alters, die motiviert und liebevoll ihr Leben führen!

Am 3. November erscheint dein erstes Album, das den Titel „Poesiealbum“ trägt. Was darf man musikalisch erwarten? Geht es eher zahm zu oder bricht es auch aus dir heraus?
Alle Lieder basieren auf von mir geschriebenen Gedichten. Und ebenso wie die Gefühle auch verschieden sind, über die ich schreibe, klingen diese Lieder auch unterschiedlich: Vom Singersongwriter-Gitarrenlied über Ukulele und Tanzbeat bis hin zu elektronischen Einflüssen ist alles dabei!

Stammen die Songs aus deiner Feder oder hast du dir Unterstützung geholt?
Die Texte sind von mir. Für die Melodien und die Musik hab ich mit unglaublich tollen und kompetenten Songwritern und Musikern zusammen arbeiten können!

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War die Arbeit im Studio für dich „Neuland“ oder hattest du damit schon Berührpunkte?
Ich habe vorher schon in Studios gestanden, aber nie um zu singen. Das ganze Jahr war für mich ein bisschen wie in eine neue Schule zu gehen: Ich habe neue Dinge und Menschen kennengelernt – war eine super schöne Erfahrung!

Du bist gebürtige Bremerin. Was assoziierst du spontan mit deiner Heimatstadt?
Bremen fühlt sich immer nach Zuhause an und ich kann nicht wieder wegfahren, ohne die Weser gesehen zu haben!

Bis Mitte Dezember bist du auf Tour. Gibt es eine Stadt in deinem Tourplan auf die du dich immer ganz besonders freust?
Jeder Abend ist spannend und schön, weil immer neue, sympathische Menschen mit ihren eigenen Geschichten kommen…In vielen Städten haben meine Familie und ich Freunde und Bekannte, die vor der Show im Backstage zusammenkommen – das ist immer sehr schön!

Wenn man so viel unterwegs ist wie du, wie schwer ist es da, seine Freundschaften zu pflegen?
Ich bin es schon lange gewöhnt „Fernfreundschaften“ zu führen, weil sich nach der Schule alle verstreut haben… Da ist es eher gut, dass ich viel unterwegs bin, weil ich meine Freunde so fast öfter sehen kann.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?  
Ich wünsche mir, dass ich glücklich und so gesund wie möglich bin und die Menschen um mich rum auch.

Wenn du die Zeit noch einmal zurückdrehen könntest, was würdest du anders machen?
Es gibt viele Gespräche, die ich erst im Nachgang in meinem Kopf „richtig“ geführt habe. Ich würde vor allem mehr das laut sagen, was ich denke und fühle. Aber ich kann die Zeit nicht zurückdrehen, nur ändern, wie ich über die Vergangenheit denke und daraus für die Gegenwart lernen und das finde ich sehr motivierend.

Wenn du noch einen letzten Satz zu sagen hättest, welche wäre das?
Ich wünsche jedem, der das hier liest, einen schönen Tag und alles Gute!

(Interview: Teo Hentzschel / Fotos: Marta Urbanelis)