Interview mit Jeannine Michaelsen

Interview mit Jeannine Michaelsen

Jeannine Michaelsen ist anders als die durchschnittlichen Moderatorinnen im deutschen Fernsehen: Sie ist schön, schlagfertig und verdammt souverän. Sie ist häufig an der Seite von Joko & Klaas im TV zu sehen und bietet den Zweien paroli, kontert ihre Gags und ergänzt sie. Beim Sender TNT Comedy hat sie zusammen mit Annie Hoffmann ihre eigene Show „Ponyhof“. Ein Interview mit der sympathischen Wahlkölnerin war so verlockend, dass wir mit ihr einfach über Weihnachtsstress, Geburtstage, berufliche Wünsche und das Mamasein im Showbiz sprechen mussten…

Hallo liebe Jeannine, Weihnachten steht genauso vor der Tür wie Silvester – und dann hast du auch noch Geburtstag. Jedes Jahr der gleiche Stress, oder schaffst du es zu dieser Zeit etwas auf die Bremse zu treten?
Ich hab mir diesen Vorweihnachtsstress vollkommen abgewöhnt. Wobei, so richtig angewöhnt hatte ich mir den eh nie. Eigentlich ist das doch ne ganz gute Zeit, mal vom Wetter abgesehen. Alle haben frei, alle kommen zusammen, jeder gibt sich Mühe mit dem Essen, es gibt viel und guten Rotwein und Tage genug um all das auszuleben. Und ich bekomm meine Geschenke immer einen Tag früher als alle anderen. Ich mag die Zeit.

Chet Baker, Eddie Vedder, Carla Bruni und Angelo Kelly haben allesamt am gleichen Tag wie du Geburtstag – wer dürfte denn zu deiner Party kommen?
Ach, per se erstmal alle. Ich hab wirklich nette und aufgeschlossene Freunde, die wären freundlich zu allen. Das wahre Gesicht zeigt sich dann ab 0:56 Uhr beim Tanzwettbewerb auf dem Küchentisch.

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Wann feierst du denn deinen Geburtstag, direkt am 23. oder ein paar Tage später zwischen Weihnachten und Neujahr?
Ich feiere immer am 22.12 rein. Kindergeburtstage von früher mal ausgenommen. Der Termin ist so fest eingetragen, dass ich da gar nicht mehr viel zu sagen habe. Ich glaube, selbst wenn ich nicht da wäre, würden sich große Teile meines Freundeskreises trotzdem treffen, weil es eigentlich mehr eine Vorweihnachtsfeier mit Geburtstagslied ist. Und das mag ich daran auch am meisten. Es geht nicht um eine einzelne Person, sondern um alle. So mag ich meinen Geburtstag. Mal abgesehen von dem „Happy Birthday“- Moment. Der ist immer unangenehm. Also, selbst jemandem das Standardständchen singen mag ich sehr, ich komm mir nur immer sehr seltsam vor, wenn alle für mich singen. Davor und danach ist es ein sehr schöner Abend.

Hast du dir ein paar Sachen fürs neue Jahr vorgenommen, oder ist das nicht so dein Ding?
Ne, das hab ich nach meinen ersten „guten Vorsätzen“ dran gegeben. Zumindest den Ansatz, es an einem bestimmten Datum festzumachen. Ich überlege mir immer, was ich mir für mein neues Jahr wünsche, meistens schreib ich das auf und dann schau ich immer mal zwischendurch, ob ich das schon hinbekommen hab. Ich sag mal meine Erfolgsquote liegt bei 64 Prozent.

In einem früheren Interview von dir hab ich gelesen, dass du richtig gut backen kannst – was ist denn deine Weihnachtsspezialität?
Ich backe Cookies. Bis zum Umfallen. Dieses klassische deutsche Gebäck liegt mir nicht, da ist Oma einfach unschlagbar, aber dieser ganze schokoladige, matschige Kekskram – das ist mein Ding. Weisse Schokolade mit gesalzenen Macadamia Nüssen und Rosinen-Haferflocken-Apfel-Zimt-Cookies: für mich das perfekte Weihnachstgebäck. Je mehr drin ist, desto besser.

Du bist auf dem Land groß geworden und lebst heute in Köln. Hat das berufliche Gründe, sehnst du dich also zurück aufs Land, oder bist du happy in der Großstadt?
Ich leb gerne, wirklich sehr gerne in der Stadt. Kindheit auf dem Land ist ne großartige Sache und ich bin sehr dankbar, für jede Kuh die ich versuchen durfte umzuschubsen, aber ich mag das Tempo der Stadt und die Möglichkeiten, die vielen Menschen und die Abwechslung. Für Ruhe reicht mir Urlaub. Oder ein Ausflug in den Wald.

Du warst über die letzten Jahre sehr aktiv, hast verschiedene Formate gemacht und bist regelmäßig zur besten Sendezeit mit Joko und Klaas im Fernsehen zu sehen. Bist du ganz zufrieden mit deinem Leben, oder ist das alles erst der Anfang und du hast noch massig unerfüllte Träume/Ziele?
Beides. Ich mag meinen Job sehr, ich kann so viele verschiedene Dinge ausprobieren und hab daran großen Spaß, aber das kann es ja noch nicht gewesen sein. Dafür gibts ja noch zu viel Ungespieltes.

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Du hast schon des Öfteren bewiesen, dass du auch richtig gut singen kannst – kommt 2018 deine erste CD – oder schreibst du vorher ein Buch?
Vielleicht singe ich einfach meine Biografie. Oder tanze meinen Namen.

War das eine spontane Geschichte, als du vor ein paar Jahren bei der 1LiveKrone blank gezogen hast und gab‘s danach aufgeregte Telefonate mit Mutti?
Ich glaub, Mutti hat das nichtmal mitbekommen. Ne, das war nicht spontan, das war perfide Absicht. Es war ja immer Teil der Vorgeschichte und beim zweiten Mal quasi die Pointe des Openers. Und für’n guten Gag mache ich so einiges.

Ich hab bei der Recherche mehrere Fotos von dir gefunden, die Paul Ripke gemacht hat. Ich schmeiß mich immer weg, wenn ich sehe, was der so mit seinem Freund Marten treibt – wie habt ihr euch kennengelernt?
Paul und ich kennen uns über Joko. Wahrscheinlich wären wir uns auch irgendwo sonst mal über den Weg gelaufen, an dem Mann kommt man ja schlecht vorbei. Er ist wirklich sehr groß. Aber so stand er eines Abends bei einer Veranstaltung erst neben mir am Buffet und später dann am Tresen. Und wo lernt man sich besser kennen, als da. Seitdem sind wir Freunde.

Mit Annie Hofmann zusammen machst du beim Sender TNT Comedy „Ponyhof“. Ein Moderatorinnen-Duo ist die große Ausnahme im TV – wie habt ihr das denn hinbekommen?
Da hat jemand ein gutes Händchen bewiesen, indem er uns zusammengesteckt hat. Wir kannten uns zu dem Zeitpunkt ja noch nicht. Wir hatten beide tierisch Bock auf die Möglichkeit solch eine Sendung zu formen. Und dann haben wir uns zusammengesetzt und es einfach gemacht. Viel rumprobiert, verworfen, neu gemacht, besser gemacht, uns wenn es ging Zeit genommen und dann umgesetzt, was wir beide komisch, relevant und erzählenswert finden.

Wie sieht deine Tochter deinen Beruf und was würdest du sagen, wenn sie auch einen Beruf im TV-Bereich anstreben würde?
Für sie ist es ein ganz normaler Job. Klar ist es spannend wenn man bei ner Probe im Studio rumspringt oder auch mal Kamerakind sein darf, aber alles in allem ist es auch ein Job mit Routinen und welches Kind schaut seinen Eltern schon gerne stundenlang bei der Arbeit zu. Ich finde es super, dass das für sie nicht alles so spektakulär ist. Wenn sie selbst mal diesen Weg anstrebt, dann werde ich ihr das nicht verbieten. Erstens geht sowas eh immer nach hinten los, zweitens mag ich meinen Job und hab daran viel Freude und falls ich das alles doch noch mal anders sehe, ich rege mich einfach erst dann auf, wenn es soweit ist. Wer weiß, ob es meinen Job in zehn Jahren noch gibt.

Worauf freust du dich 2018 am meisten?
Urlaub. Ich muss mal dringend wieder wohin, wo es warm ist. Und hell. Das wird toll.

(Interview: Tom Jentsch; Fotos: Paul Ripke, Sebastian Meyer)