Auf [k]eine Kippe mit HAW

Auf [k]eine Kippe mit HAW

Fern vom üblichen Setup mit zwei CD-Playern positionieren sich die beiden Herren von HAW – Thorsten und Hannes – in einem neuen, äußerst spannenden und innovativem Cosmos, welcher das reguläre DJing durch Live-Acting und -Remixing in neue Sphären katapultiert. Was jetzt vermeintlich befremdlich klingt ist „live“ ein wahrer Ohrenschmaus! Am 23. Februar erscheint ihr erstes Album „TRIP“ und das haben wir zum Anlass genommen, die zwei Herren ein wenig auszuquetschen…

Servus, habt ihr mir mal Feuer?
Logo, gerne.

Ihr verbringt viele Nächte in diversen Clubs. Wo fühlt ihr euch denn derzeit am wohlsten und wo spielt ihr verdammt gerne?
Wir haben im Vergleich zum Vorjahr viel mehr tolle Nächte in Clubs verbracht und erleben dürfen. Aber am liebsten spielen wir immer in unserer Homebase: In der Lola in Aalen. Dort ist einfach unser musikalisches Zuhause und es fühlt sich dort immer wieder auf´s neue richtig gut an. Wir lieben es dort zu spielen. Wir haben im Sommer 2017 auch die Gelegenheit bekommen im Club Toy in Stuttgart aufzulegen und das hat einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Dort haben wir echt gern gespielt und freuen uns schon auf das nächste Mal.

Wie bereitet ihr euch eigentlich auf eure Shows vor und mit welchen Drinks macht ihr euch warm?
Die Vorbereitung auf einen Gig fängt bei uns immer schon ein paar Tage vorher an. Wir suchen uns die passenden Tracks aus und stimmen darauf unsere Live-Elemente, die wir in Ableton und der Maschine arrangieren ab, so dass wir ein rundes Gesamtarrangement für den Abend beisammen haben. Der Rest passiert dann intuitiv am Abend. Und mit welchen Drinks wir uns warm machen? Ganz oldschool, mit Bier 😉

Im Frühjahr 2017 habt ihr eure EP „Rush“ veröffentlicht, auf der unter anderem auch Remixe von Linus Quick und Pappenheimer zu hören sind. Am 23. Februar erscheint nun euer erstes Album „TRIP“. Wie würdet ihr euren Sound jemandem beschreiben, der euch noch nicht kennt?
Wir spielen harten treibenden Techno, der dennoch tragende Synths enthält. Wir versuchen das immer so zu gestalten, das wir harte, „auf die Fresse“ Passagen, mit melodiösen Passagen, die einen „Träumen lassen“ verbinden. Kurz gefasst: Harten, aber dennoch emotionalen, soliden Techno. Das trifft es wohl am besten.

Auf „TRIP“ sind unter anderem Remixe von Linus Quick, Tom Laws und Drigo zu hören. Wenn ihr euch jemanden wünschen könntet, von wem würdet ihr einen Remix von einem eurer Tracks haben wollen?
Eindeutig: Chris Liebing. Der ist schon immer unser Idol und auch Ideengeber für das, was wir machen. Es wäre unser absoluter Traum einmal mit ihm zu arbeiten.

Bei euren Shows beruht viel auf Improvisation und fast kein Set klingt wie das Andere. Wenn ihr die eigenen Tracks spielt müsst ihr doch bestimmt aufpassen, dass ihr euch nicht zu arg treiben lasst, oder?
Ganz im Gegenteil: Die eigenen Tracks, zerlegen wir am wenigsten. Die sind ja schon genau nach unseren Vorstellungen produziert (lacht). Wir unterstreichen die live meistens nur mit weiteren Kicks oder Basslines, fügen ein paar HiHats und Percussions dazu, aber die Basis lassen wir bestehen. Das genießen wir sehr, wenn wir sehen, wie die Leute auf unsere selbst gemachte Musik reagieren.

In eurer Bio ist von einem „Hybrid-Live-Set“ die Rede. Was darf man darunter verstehen und welche Technik verbirgt sich dahinter?
Also unser Setup ist wie folgt aufgebaut: Thorsten spielt vier Decks bei Traktor und hat auf dem Xone92 noch zusätzlich auf einem fünften Kanal den Live-Input von Hannes. Hannes hat in Ableton die von uns gebauten Synthspuren, Basslines und diverse andere Spuren liegen, die er dann mit dem Faderfox und der AKAI APC 40 mit diversen Effekten und Plugins abstimmen und variieren kann. Zusätzlich hat Hannes noch die Maschine & Maschine Jam in Gebrauch, um damit weitere Highlights und Percussions ganz nach Bedarf zu bauen. Am Ende laufen bei uns auf zwei syncronisierten Rechnern 4 Decks bei Traktor, Ableton mit den ganzen Elementen und die Maschine. Und aus dem ganzen Repertoire basteln wir dann unseren HAW-Sound.

Thorsten, du kommst aus Rosenheim und Hannes aus Heidenheim. Wie habt ihr zwei eigentlich zueinander gefunden und wie funktioniert eure „Wochenendbeziehung“?
Haha, ja, Wochenendbeziehung triffts gut, geht schon fast in Richtung Beziehung. Die Tage an denen wir keinen Kontakt hatten, konnte man in 2017 an zwei Händen abzählen… Wir beide haben uns damals in Ulm im Record Express zufällig kennengelernt. Jeder von uns war DJ und hat sich dort seine Platten gekauft. Daraus ist dann eine Freundschaft entstanden und irgendwann die Idee, dass wir doch gemeinsam ein Projekt starten könnten. Bis HAW aber clubtauglich, das Setup aufgebaut und unsere beiden Stile aufeinander abgestimmt waren, vergingen wirklich ein paar Jahre.

Was sind denn eure Highlights im Terminkalender 2018?
Unser erstes, absolutes Highlight 2018, wird die Album-Release-Party am 24. Februar in der Lola. Wir freuen uns schon sehr auf diese Nacht! Zumal wir beide an diesem Wochenende auch noch Geburtstag haben und das natürlich gleich mitfeiern werden.

Am 23.02. veröffentlichen HAW ihr Album „TRIP“!

Facebook: HAWtechno

(Interview: Teo Hentzschel)