Fritz Kalkbrenner kehrt mit Drown zur Clubtauglichkeit zurück!

Fritz Kalkbrenner kehrt mit Drown zur Clubtauglichkeit zurück!

Wie viele andere Berliner auch hat Fritz Kalkbrenner in den letzten 15 Jahren viel Zeit in sehr dunklen und sehr lauten Clubs verbracht. Aber es gibt nur Wenige, die aus dieser scheinbaren Freizeitbeschäftigung so viel Nutzen für sich und andere gezogen haben wie Fritz Kalkbrenner. Am 16. Februar erscheint bereits seine fünfte Platte „Drown“ für die er sich entschloss, einen Umbruch zu starten. Was das genau für seine Musik bedeutet, beschreibt Kalkbrenner im Talk. Außerdem verrät der Musikproduzent, für was er eine kleine Sammelleidenschaft hegt und gibt uns Einblick in seine riesige private Alben- und Vinyl-Sammlung.

Interview: Tom Jentsch / Fotos: Camille Blake
www.fritzkalkbrenner.de

Hallo Fritz, das neue Jahr ist noch jung. Du hast mit einer Show in Zürich reingefeiert – ist eine Silvestershow immer etwas Besonderes?
Ich bin ja glücklich sagen zu können, dass immer noch jede Show etwas Besonderes ist. Mein Beruf ist meine Leidenschaft und dafür darf man sehr dankbar sein, aber eine Silvestershow setzt dem Ganzen dann natürlich doch nochmal die Krone auf.

Zum Jahreswechsel schaut man ja auch gerne zurück und zieht Bilanz. War 2017 gut zu Dir oder wird es für 2018 eher einfach das zu toppen?
Ich bin kein Kaffeesatzleser, von daher weiß ich nicht wie dieses Jahr wird. 2017 war arbeitsreich, sehr interessant und sehr intensiv. Wir haben eine tolle Konzerttour gespielt, unter anderem mit Shows in Nordamerika , Südamerika, an der chinesischen Mauer, Deutschland natürlich und einer schönen Festival-Saison. Von daher ist es natürlich schwer, da jetzt noch einen draufzusetzen. Aber ich bin zuversichtlich und hoffe darauf, dass es 2018 genauso toll wird.

Deine vier bisherigen Alben hatten alle Titel, die sich mit Reisen assoziieren lassen. „Drown“ passt nur bedingt in diese Reihe… Ist der Albumtitel bei Dir irgendwann einfach da, oder hirnst Du lange rum und wählst zwischen verschiedenen Kandidaten?
Stimmt, die Alben-Titel der letzten vier Alben haben mehr oder minder thematisch zusammengepasst aber das ist, wenn man ehrlich ist, eher ein Zufall, als das es von Anfang an so geplant war.

Die Alben Titel entwickeln sich bei mir meist schon in einem sehr frühen Stadium. Da gibt es dann auch nicht sehr viele Kandidaten, sondern es konkretisiert sich doch sehr schnell.

FRITZ-KALKBRENNER-©-Camille-Blake-2Der Gesang war so ein bisschen auch Dein Trademark, mutig dass Du den jetzt so komplett rausnimmst und ganz im House versinkst. Wie kam es zu der Entscheidung?
Ja, man muss sagen, beim letzten Album „Grand Dèpart“ war es im Endeffekt so, dass es mit den vorangegangenen drei Alben „Ways Over Water“, „Sick Travellin“ und „Here Today Gone Tomorrow“ mehr oder weniger in einer logischen Kette stand.

Ich habe immer versucht, auf das vorangegangene Album aufzubauen, was natürlich auch mit Entwicklungen und Möglichkeiten zu tun hat. Beim ersten Album habe ich noch als „Bedroom“-Producer mit Samples gearbeitet, beim dritten Album war es schon so, dass ich meine Ideen die ich im Kopf hatte, mit richtigen Studiomusikern umsetzten konnte.

Das geht dann immer und immer weiter, bis du irgendwann oben an einem Leistungsplateau angekommen bist. Das ist dann alles ganz toll und hat auch Hand und Fuß, aber es läuft eben auch Gefahr sich wie im Treibsand totzutreten.

Das war bei mir so ein bisschen der Fall und in dieser Zeit auch etwas frustrierend, so dass ich mich entschloss einen Umbruch zu starten. Das bedeutete für mich, aus der üblichen Tätigkeit wieder einen Schritt rauszugehen und „Drown“ ist jetzt das Ergebnis. Es konzentriert sich ganz auf die Musik, der Clubaspekt ist vorherrschend und das ist das worum es da geht.

Beim Hören der neuen Tracks hab ich hauptsächlich urbane Assoziationen. Die Songtitel hast Du ja auch (bewusst?) knapp gehalten. Wolltest Du dieses Mal absichtlich möglichst wenig konkret vorgeben?
Ja das war schon meine Absicht. Das hängt auch damit zusammen, dass je weniger man im Vorfeld festlegt oder vorgibt, desto mehr an Assoziationen möglich ist. Ich möchte nicht zu sehr eingrenzen, einen Zaun ziehen und sagen, das hat genau diese Bedeutung und nichts anderes. Wenn andere Leute andere Assoziationen dazu hervorbringen können, dann ist das doch gut und in Ordnung!

Deine Wurzeln liegen im HipHop und Du bist wohl Fan der frühen Werke von Erik B. & Rakim, KRS-ONE und des Wu-Tang Clan. Hast Du das letzte Wu-Tang-Album gehört?
Das letzte Wu-Tang Album „The Sage Continuous “ habe ich leider noch nicht gehört, muss ich gestehen. Das davor, „Once Upon A Time In Shaolin“, habe ich natürlich überhaupt nicht gehört, denn davon gibt es ja nur eine Kopie und diese ist der Öffentlichkeit gar nicht zugänglich. Von daher muss ich da wohl noch ein bisschen nacharbeiten aber das werde ich schaffen.

Kaufst Du Dir noch regelmäßig Musik, hast Du also eine große Vinyl-Sammlung daheim, oder hast Du Deine Sachen digital?
Ja meine Musik Sammlung ist schon ganz gut, ein paar Tausend Alben/Tracks/EPs habe ich schon und das ist mittlerweile auf Vinyl und Digital aufgeteilt, meine CDs sind aktuell im Keller muss ich gestehen. Ganz so viel wie früher kauft man dann aber auch nicht mehr, das passiert jetzt eher punktuell. Also Liebhaber-Sachen auf die man dann so achtet und die man sich dann auf Vinyl holt.

Und Stichwort Sammlung: Sammelst Du eigentlich irgendetwas? Briefmarken? Sportwagen? Strafzettel?
Sammeln? Hm… also nichts was mit einer wirklichen Sammelleidenschaft zu tun hat. Ich bin ein großer Freund von automatischen Armbanduhren aus den 60ern und 70ern und habe auch selbst ein paar Stück. Alles nichts weltbewegendes, das ist ein kleiner Kasten in dem vielleicht 8-9 Stück drin sind und mehr wird das denke ich auch nicht. Ja das ist dann auch das höchste der Gefühle, womit ich in Sachen Sammelleidenschaft aufwarten kann.

FRITZ KALKBRENNER – DROWN
VÖ: 16.02.
fb: fritzkalkbrennerofficial