MADSEN – Neues Album & Tourtermine

MADSEN mit neuem Album und neuen Tourterminen

Es gibt Bandgeschichten, die so zuckersüß und schön sind, dass man sie am liebsten umarmen und zum Eis einladen möchte. Die Geschichte der Band MADSEN ist eine eben dieser wunderbaren Geschichten, wie sie sich wirklich kaum besser ausdenken lässt: Da sind die drei Brüder Johannes (Gitarre), Sebastian (Gesang, Gitarre, Texte) und Sascha (Schlagzeug), die praktischerweise alle mit Nachnamen MADSEN heißen – und zack ist die erste große Hürde jeder neu gegründeten Band aufs Eleganteste genommen! Denn Nicht-Bruder Gründungsmitglied Niko Maurer (Bass) wird im Bandnamenfindungsprozess schnell eingesehen haben, dass „Maurer“ bei einer Abstimmung wenig Chancen haben dürfte. Also: MADSEN. Klingt nordisch, sympathisch, kann man überall auf der Welt aussprechen. Besser geht es kaum. Und mit eben diesem einsichtigen Niko Maurer haben wir über das neue Album „Lichtjahre“ gesprochen, das neue Label und darüber, wie es ist, nach langer Pause wieder auf der Bühne zu stehen…

Schön dass ihr wieder da seid – warum gab’s eigentlich die lange Pause?
Gefühlt war die Pause gar nicht so lang. Natürlich hat man eine ganze Weile wenig von uns gehört und wir haben ja schließlich auch seit letztem Sommer nicht mehr live gespielt. Allerdings waren wir auch nicht untätig. Wir haben eben an unserem neuen Album gearbeitet. Dafür haben wir uns diesmal einfach etwas mehr Zeit genommen. Wir hatten zum Glück keinen Zeitdruck und haben in Etappen aufgenommen. Das tat uns und der Musik sehr gut. Wenn wir z.B. ein oder zwei Wochen im Studio waren, haben wir die Stücke danach einfach mal ein paar Wochen liegen gelassen, um danach wieder mit frischen Ohren daran weiter feilen zu können. Das ist ein großer Vorteil, denn im Studio wird man irgendwann „betriebsblind“ und es wird schwer das zu beurteilen, was man da gerade aufnimmt. Da ist es für alle von Vorteil, wenn man sich viel Zeit nimmt. Aber wir freuen uns tierisch, dass es jetzt endlich wieder los geht, die Platte veröffentlicht wird und wir endlich wieder live spielen können.

Ihr seid die einzige mir bekannte Band, die mit der Zeit (gefühlt) härter wird – wie kommt’s?
Das ist gar kein bewusster Prozess. Sebastian schreibt nicht bewusst härtere Songs, weil wir ein härteres Album machen wollen. Bevor wir ins Studio gegangen sind, gab es fast 40 Lieder zur Auswahl, von denen wir aber nur eine kleine Auswahl aufnehmen konnten. Da waren auch einige poppigere oder ruhigere Stücke dabei. Da eine Auslese zu treffen war ein schwieriger und langer Prozess. Letztendlich haben es die stärksten Lieder geschafft, die am besten zusammen passen. Trotzdem gibt es ja auch noch die ein oder andere Popnummer auf dem Album.

Euer neues Album „Lichtjahre“ erscheint über das Label Arising Empire und das ist ein Unterlabel des größten Metal-Labels weit und breit: Nuclear Blast. Ich hab erst mal gestutzt, als ich das gelesen habe – gab es da bandintern auch Diskussionen?
Natürlich gab es auch Diskussionen. Aber eher genereller Natur. Der Wechsel zu einem neuen Label ist immer ein großer Schritt und man ist sich vorher nie sicher, wie die Zusammenarbeit laufen wird. Das Nuclear Blast ein Metal-Label ist hat uns nie gestört, auch wenn es für Außenstehende vielleicht erstmal befremdlich wirkt. Die haben sehr gute Strukturen und sind sehr erfolgreich mit dem was sie machen. Außerdem haben sie uns gezeigt, dass sie sehr leidenschaftliche Musikfans sind und voll hinter unserer Musik stehen. Wir fühlen uns dort sehr wohl und gut aufgehoben.

Gibt es persönliche Lieblingsbands im Nuclear Blast-Angebot?
Nuclear Blast hat ja ein riesiges Repertoire an Bands. Vieles kennt man, vieles auch nicht. Mit einigen Sachen können wir auch nicht viel anfangen. Aber natürlich gibt es auch viele alte Helden im Programm, wie z.B Slayer, Machine Head oder Ministry. Und man entdeckt immer wieder neue gute Sachen, wie z.B. Letters from the Colony.

Das Cover schreit „Vollgas!“ aber auf den zweiten Blick sieht der Antriebsbereich des Space Shuttels doch aus wie ein Totenkopf – Zufall oder Absicht?
Das Cover hatte einen längeren Entstehungsprozess. Es gab viele verschiedene Versionen. Irgendwann ist uns der „Totenkopf“ natürlich auch aufgefallen. Es war nicht bewusst geplant. Aber irgendwie fanden wir das gut.

Im Clip von „Mein erstes Lied“ hab ich sehr viele Sachen aus meiner eigenen Jugend wiedererkannt – habt ihr eure SNES noch? Und was sind die persönlichen Favoriten?
Wir sind leidenschaftliche Mariokart Spieler. Johannes hat noch den originalen SNES. Der kommt immer mal wieder mit wenn wir unterwegs sind. Dementsprechend ist Johannes auch der beste Fahrer von uns. Mittlerweile haben wir fast alle auch den SNES Mini und üben wie bekloppt um ihn zu schlagen. Aber auch F-ZERO (wie im Video), Donkey Kong oder Super Mario World machen uns immer noch tierisch Spaß.

Sebastian war vor ein paar Wochen Gast in der Jan Böhmermann-Sondersendung “Lass Dich überwachen!”. Was ist denn aus der Band geworden, wann kommt das Album?
Gute Frage! Das wäre endlich mal eine Supergroup, die den Namen auch verdient hätte! Darüber habe ich leider keine Informationen, aber ich warte auch gespannt darauf.

Die Dates im Mai waren ruckzuck ausverkauft, wie war es denn zum ersten Mal nach acht langen Monaten Sendepause wieder auf der Bühne zu stehen?
Auf die Konzerte haben wir uns schon sehr lange gefreut. Wir waren sehr aufgeregt nach so langer Zeit wieder auf der Bühne zu stehen und vor allem auch neue Lieder zu spielen. Wir waren auch sehr überrascht, wie schnell die Konzerte ausverkauft waren. Aber es hat alles echt gut geklappt und es tat sehr, sehr gut wieder vor den Leuten Musik machen zu können. Wir waren extrem überwältigt, wie gut die Stimmung war und wie gut die neuen Songs ankamen. Ein riesen Spaß, der ja jetzt gerade erst los geht. Im Sommer kommen die Festivals und im Herbst/Winter gibt es noch eine Tour. Wir freuen uns wie verrückt darauf.

(Interview: Tom Jentsch)