Kolping-Musiktheater Schwäbisch Gmünd präs.: „Manche mögen’s heiß“

Das kommt mir irgendwie bekannt vor…“, mögen sich die treuen Fans des
Kolping-Musiktheaters denken. Richtig! Zehn Jahre ist es her, da brachte
das Ensemble zum ersten Mal „Manche mögen’s heiß“ auf die Bühne des
Schwäbisch Gmünder Stadtgartens. Nun kommt es zur Wiederaufnahme dieser turbulenten Komödie, die mitten ins Herz trifft. Wer jetzt denkt, dass da einfach die Suppe von vorgestern noch mal aufgewärmt wird, liegt
ganz falsch! Vielmehr gibt es zur bekannten Handlung neue Darsteller,
neue Kostüme und ein neues Bühnenbild. Hingehen lohnt sich also!

 

Hier arbeiten Profis mit einem Profi
Damals wie heute ist Michael Schaumann für die Regie zuständig und steht auch wieder als Jerry / Daphne auf der Bühne. Wenn er so darüber nachdenkt, muss er lachen: „Ich war wirklich erstaunt, wie viel ich vergessen habe!“ Es sei ihm verziehen, schließlich hat er in der Zwischenzeit neun andere Stücke inszeniert und gespielt. Überhaupt, sagt er, fühle es sich für ihn an wie eine Neuaufnahme. „Bis auf meine Person bleibt kein Stein auf dem anderen. Alle übrigen Rollen sind mit anderen Darstellern besetzt, sodass um mich herum ein komplett neues Stück entsteht.“ Besonders stolz ist der Regisseur auf die Tatsache, dass fast alle Hauptrollen von Talenten aus den eigenen Reihen gespielt werden. Der einzige Profi auf der Bühne wird Ralf David als Sir Osgood Fielding sein – wobei die Rede von Profis auf der einen und Amateuren auf der anderen Seite im Falle des Kolping-Musiktheaters ohnehin schwerfällt. Lässt man die Sache mit dem Beruf außen vor und interpretiert das Wort „professionell“ als Synonym für „sehr gut“, dann sind alle Beteiligten echte Profis!

Über alte Hasen und Senkrechtstarter
Dass Barbara Streit und Simon Ihlenfeldt keine „echten“ Musicaldarsteller sind, möchte man ihnen gar nicht so recht abkaufen, wenn man die beiden mal spielen gesehen hat. Wer bereits Produktionen vom Kolping-Musiktheater oder der Musical Factory (früher Musical Kids) besucht hat, der kennt Barbara und Simon! Sie gehören quasi schon zu den alten Hasen der Schwäbisch Gmünder Musical-Szene. Immer wieder treten aber auch zunächst ganz unscheinbare Neuzugänge durch besondere Qualität hervor und mausern sich zu den Hauptdarstellern von morgen. „Lisa und Christian sind noch relativ neu dabei und haben beide als ganz normale Sänger im Kolpingchor gestartet“, berichtet Michael Schaumann. Was er seit seinem eher spontanen Dazustoßen im vergangenen Jahr erlebte, bezeichnet Christian Unger schlicht als „bizarr“. „So etwas Großes hatte ich mir nie im Leben erträumt. Mir fehlen die Worte, das zu beschreiben, was diese letzte Produktion bei mir ausgelöst hat“, sagt er rückblickend. Er habe sich eigentlich nur beim Kolpingchor gemeldet, weil er einfach Lust hatte, wieder selbst mehr Theater zu spielen und zu singen. „Ich bin da hin, habe nichts erwartet, nichts gefordert. Ich wäre auch schon ziemlich glücklich gewesen, wenn ich in einer Szene irgendwo in der dritten Reihe stehend einfach hätte mitsingen dürfen“, so Christian. Nichts da! Sein Debüt beim Kolping-Musiktheater umfasste gleich mehrere Ensemble-Rollen. „Ich wusste einfach, dass das funktioniert“, schmunzelt Michael Schaumann, der ihm dieses Mal die Hauptrolle als Gangsterboss Spats Palazzo zuteilte.

Die Tür ist offen
„Ehrlich gesagt war mir das ein bisschen unangenehm, dass ich hier so reinplatzte und direkt so viel Raum einnahm. Als Neuling stellt man sich ja eigentlich erst mal hinten an…“, weiß Christian Unger. Das Gegenteil sei der Fall gewesen! Auch Lisa Bauer, die in diesem Jahr ebenfalls ihre erste Solo-Nummer als Sweet Sue hinlegen wird, empfand ihren Start im Kolping-Musiktheater vor drei Jahren als sehr unkompliziert und herzlich. „Man wird sogar mit Applaus begrüßt“, schmunzelt sie und ergänzt: „Die Truppe ist für mich wirklich wie eine Familie. Ich fühle mich hier willkommen und empfinde jeden probenfreien Mittwoch als besonders grau und trist. Da fehlt mir einfach was!“ Sie kann also jedem, den es jetzt „juckt“, empfehlen, einfach mal vorbeizuschauen. „Unsere Tür ist immer offen!“, betont Michael Schaumann. Was man mitbringen sollte? „Engagement und Spielfreude sind unabdingbar“, so Schaumann, der übrigens überzeugt ist: „Talent hin oder her, wenn das jemand aufrichtig will, dann wird er sich hier entsprechend entwickeln können!“ Selbst für jene, die partout nicht auf die Bühne wollen oder von sich behaupten, überhaupt nicht singen zu können, wird sich ein Plätzchen finden.

„Beim Bau des Bühnenbildes zum Beispiel, in der Maske, bei den Kostümen – es gibt zahlreiche Aufgaben um die Musical-Produktion herum“, erklärt Hanne Baranowski. Und man darf natürlich auch Mitglied im Kolpingchor werden, ohne beim Musical mitzuwirken. „Wir sind das ganze Jahr über ein supergemischter Chor mit vielfältiger Chorliteratur und diversen Auftritten ganz unterschiedlicher Art“, beschreibt Markus Wamsler, Dirigent und musikalischer Leiter.

Spaß, Stolz, Anerkennung
Vielleicht gibt es auch Menschen, die über so viel Einsatz nur den Kopf schütteln können und fragen: Warum sich das alles antun neben Job, Familie und Co.? „Wir sind hier schon sicherlich alle ein bisschen verrückt. Das gehört irgendwie dazu. Das lässt sich so schwer beschreiben – aber, was man in dieses Projekt reinsteckt, das bekommt man gleich mehrfach multipliziert wieder zurück. In Form von Spaß. Von Stolz. Von Anerkennung. Von persönlicher Entwicklung. Das lässt sich gar nicht aufwiegen“, versucht sich Barbara an einer Erklärung für ihr Musical-Fieber. Und Simon findet: „Es ist einfach so viel cooler, abends gemeinsam mit einer tollen Gruppe an sich selbst zu arbeiten, als an den Einschaltquoten der Fernsehsender.“ Recht hat er! Belohnen lässt sich dieses Engagement übrigens am besten mit einem ausverkauften Saal und tosendem Applaus inklusive Trampeln und Schreien. Nichts wie hin!

 

 


 

Fr 22.02. (Premiere)
Sa 23.02. / 15 Uhr
So 24.02. / 19 Uhr
Fr 01.03. / 20 Uhr
Sa 02.03. / 15 Uhr + 20 Uhr
So 03.03. / 18 Uhr

Congress Centrum Stadtgarten
Rektor-Klaus-Straße 9
73525 Schwäbisch Gmünd

Eintritt: 41,50€ / 37,40€ / 31,90€ / 27,50€

Ermäßigung für Schüler, Studenten und Behinderte: 4€ / Kunden der KSK Ostalb erhalten bei Vorlage der Sparkassen-Card auf den regulären Kartenpreis 1€ Nachlass für max. 2 Karten.

Vorverkauf: i-Punkt Schwäbisch Gmünd / Tel.: 07171/6034250 und www.ccs-gd.de

www.kolping-musiktheater.de