BÜLENT CEYLAN

Bülent Ceylan hat sich schnell an der Spitze der deutschen Comedians etabliert und das liegt nicht zuletzt an seiner außerordentlichen Wandlungsfähigkeit, mit der er seine Zuschauer immer wieder aufs Neue verblüfft. Er präsentiert deftige Karikaturen mit messerscharfen Pointen, ist schlitzohrig aber nie gemein und immer authentisch. In „LASSMALACHE“, seinem mittlerweile 10. Programm, kümmert sich Bülent um die zahlreichen Opfer seiner erfolgreichen Bühnen-Arbeit, die Menschen mit chronischen Zwerchfellkrämpfen, Bauchschmerzen und Lachfalten. Der sympathische Comedian ist mit seinem inzwischen 10. Bühnenprogramm auf Tour.

 

 Interview: Laura Kiwitt
 www.buelent-ceylan.de 

 

Hallo Bülent. Du bist ja gerade mit deinem 10. Bühnenprogramm „LASSMALACHE“ auf Tour. Wie kam’s zu dem Name?
Hallo!  Mein Vater wollte mich aufmuntern und sagte zu mir: Lassmalache! Gleichzeitig ist der Titel auch ne Ansage an all die, die uns den Spaß nehmen wollen. Aber mit uns nicht! Jetzt erst recht! 

Ich stelle mir das ziemlich umfangreich vor, eine komplett neue Show zu entwickeln, die in sich stimmig ist. Wie gehst du da vor?
Ja, das ist es, aber ich habe auch ein gutes Team. Rainer Bender und ich brainstormen und entwickeln Geschichten. Oft hab ich das eine oder andere auch erlebt. Dann muss man eben schauen: Der Anfang muss knallen und am Ende muss es die Zuschauer berühren! 

In deinem Programm parodierst du oft das Verhältnis türkischer und deutscher Identität und Nationalität. Was reizt dich daran besonders?
Das war früher öfter der Fall, dass ich das auf die Schippe genommen habe. Jetzt sind es Themen, die uns alle bewegen!

Wie kommst du auf neue Punkte in deinem Programm? Hast du da bestimmte Methoden oder ergibt sich das nach und nach?
Man muss schauen, was gerade aktuell so passiert und welche Themen den Nerv der Zeit treffen könnten. Jetzt wären die Themen Plastik und Tempolimit interessant… Aber auf der anderen Seite müssen die Themen bei einem Comedy-Programm lange Zeit aktuell bleiben, daher sind diese alltäglichen Probleme oft die besten Geschichten. 

Testest du dann vorher in deiner Familie und vor Freunden, ob’s gut ankommt?
Ja klar!  Und mit einem Regisseur, der auch nochmal drüber schaut, plus Vorpremieren!

Was ist dein Erfolgsrezept?
Authentizität und viel Spaß. Ich bin wie ein kleiner Junge, der sich auf was ganz besonderes freut – und das ist bei mir die Tour!

Was machst du, wenn ein Witz auf der Bühne mal gar nicht ankommt? Kam das schon mal in extremer Form vor?
Am Anfang der Karriere. Aber auch das steckt man dann weg und muss nach vorne blicken. An sich glauben ist sehr wichtig!

 Deine Anfänge als Comedian hast du bereits in der Schule gemacht – du hast damals Boris Becker oder Helmut Kohl imitiert. Wie hat sich deine Bühnenrolle über die Jahre zu dem entwickelt, was du jetzt repräsentierst?
Ich hab immer gerne Menschen beobachtet. Da lag es nahe, dass ich eigene Charaktere entwickelt habe. Und mittlerweile muss ich aufpassen, dass Hasan oder Anneliese mich nicht kontrollieren. 

Ursprünglich hast du Philosophie und Politikwissenschaft studiert – bereust du es manchmal, das Studium nicht abgeschlossen zu haben?
Habe erfolgreich abgebrochen!  Es gibt Momente, da hätte ich zumindest gerne das Philosophie-Studium abgeschlossen. Aber das kann ich noch nachholen… Letzten Endes bereue ich es aber nicht! Comedian zu werden, war die beste berufliche Entscheidung in meinem Leben. 

Was hättest du gemacht, wenn’s als Comedian nicht so gut geklappt hätte?
Ich habe 10 Jahre für den Durchbruch gebraucht und bin jetzt insgesamt 21 Jahre auf der Bühne. Es musste einfach klappen!  Ich hatte es immer gespürt und an mich geglaubt. Aber ursprünglich wollte ich Sonderpädagogik studieren. 

Abschließend: Deine 3 Essentials im Reisegepäck, wenn du auf Tour bist?
Familie, Gesundheit, Liebe
Materialien: Schlafsack, Nutella, Buch

 

BÜLENT LIVE:

 Fr 15.03 & Sa 16.03.
 Arena Hohenlohe, Illshofen
 Tickets: www.eventim.de 

 

Bülent Ceylan © Gaudenz Danuser