Titelstory: DIE ORSONS

Vor über 10 Jahren trafen sich durch Zufall vier geniale, sehr gutaussehende und sehr hungrige MCs in einem Studio im Schwäbischen. Wie es so ist, wenn Genies aufeinandertreffen, gab es vier Tage später „Das Album“. Die Parodie einer gesamten Szene, die sich selbst zu ernst nahm. Dada trifft Rap trifft vier Freunde, die sich nichts sagen lassen und aus ihren Insider-Jokes ein Album gemacht haben. Deutschrap reagierte allergisch, die Hooligans of Love frenetisch. Nachdem, vor allem für alle Beteiligten selbst, überraschend großer Erfolg und Feedback zum ersten Album kam, begannen Die Orsons mit den Arbeiten an ihrem zweiten Album.

Dabei entstand „Die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons“. Ein Album über die Freiheit. Die Freiheit als Künstler, als Musiker, als Mensch. Später folgten einige weitere, musikalische Meisterwerke, wie „Das Chaos & Die Ordnung“ und „What’s Goes“, welches direkt auf Platz 2 der deutschen Charts einstieg. Ab August können sich Fans auf das brandneue Album „Orsons Island“ freuen! Das Album erzählt von der großen Suche nach dem inneren Sehnsuchtsort – und davon, was das eigentlich bedeutet, sich selbst zu finden…

 

 Interview: Laura Kiwitt
 www.dieorsons.de 

 

 

Hi! Schön, dass es so spontan geklappt hat. Ihr habt gerade das Hurricane und Southside Festival vor euch. Danach steht direkt das Summer Jam an. Gab’s einen unvergesslichen Moment, an den ihr euch sicher noch lange zurück erinnern werdet? Und gibt es etwas, auf das ihr euch besonders freut?
Tua: Wir proben gerade und haben die Festivals noch vor uns, deswegen halten sich die unvergesslichen Momente im Rahmen. Bartek hat sich vorhin den Kopf gestoßen, das war ziemlich witzig!
Bartek: Ja so sind wir… Spontan und einfach spitze.

Auf dem Weg zum Festival – welche Musik läuft bei euch?
Kaas: Unser Management sagt, wir sollen auf so Fragen immer antworten, dass wir nur die „Chimperator Office Hits“ und die „Deutschrap Finest“ Playlist hören, weil es da immer „das neuste Crack“ gibt.

Habt ihr irgendein Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?
Bartek: Ja, wir machen einen Kreis mit allen Beteiligten und dann darf jeder was sagen.
Tua: Bartek sagt dann immer sehr gute und schöne Worte.

Eure Wurzeln sind hier im Schwäbischen. Was verbindet euch mit der Gegend hier und inwiefern hat das Einfluss auf eure Musik, auf die Vergangenheit sowie auf die Gegenwart bezogen?
Kaas: Bartek und ich wohnen und leben ja auch noch immer hier. Das inspiriert einen natürlich und hat damit auch Einfluss auf die Musik.
Maeckes: Wir arbeiten viel und sind in manchen Bereichen sehr perfektionistisch. Das hat bestimmt auch mit dem Schwäbischen zu tun. Auf dem neuen Album spielt unsere Heimat jetzt eher eine untergeordnete Rolle. Da geht es mehr um die Suche nach einer inneren Heimat. Einem Sehnsuchtsort, den man eben gut als Insel beschreiben kann.

Auf euer neues Album können wir uns ab Anfang August freuen. Was ist anders, als bei den vorherigen?
Tua: Ich finde, es ist unser bisher bestes Album. Mit „What’s Goes?“ – dem letzten Album – waren wir schon zufrieden, aber dieses Mal haben wir uns wirklich gefunden.
Maeckes: Das Album ist, glaube ich, für Orsons-Verhältnisse auch relativ ernst und fast schon düster an manchen Stellen.

Habt ihr eine bestimmte Arbeitsteilung, wenn’s um die Produktion eines neuen Albums geht?
Kaas: Jeder macht normalerweise für sich sein Zeug und schickt es den Anderen durch. Dann haben wir aber auch mal andere Phasen: Dieses Mal waren wir 1-2 Wochen zusammen im Studio und haben unsere ersten Solo-Skizzen zusammen gebracht.
Bartek: Tua geht am Ende da dann nochmal drüber und bringt das vom Sound her in einen Guss.

Einen Song, den ihr besonders feiert?
Tua: „Feuer & Öl“
Bartek: „Das Geschenk“

Das Video zu eurem neuen Song „Grille“ ist voll von skurrilen Szenen. Wie entstand das Konzept für diese verrückte Komposition und die Idee für die „Micro-Party“?
Bartek: Wir sind ja ständig unterwegs. Ganz oft muss man auf Tour viel zu früh in den Bus und in die nächste Stadt fahren. Um trotzdem feiern zu können, haben wir die Microparty erfunden. Rein in den Club wie Räuber. 10 Minuten feiern. Alles geben! Raus aus dem Club  und ab in die nächste Stadt.
Tua: Das Konzept, die Idee und  Umsetzung des Videos hat Maeckes  zusammen mit der Fotografin Monica Menez gemacht.

Wurden die Kostüme extra für’s Video entworfen?
Bartek: Natürlich, natürlich!

Als Erfinder der „Micro-Party“ und des „Micro-Suffs“ – wann hattet ihr das letzte Mal eine richtig gute Party und warum?
Maeckes: Da möchte Kaas nicht drüber sprechen.

…um trotzdem feiern zu können, haben wir die Microparty erfunden. Rein in den Club wie Räuber. 10 Minuten feiern. Alles geben! Raus aus dem Club und ab in die nächste Stadt. 

Ihr tobt euch auch als Solokünstler nebenher aus. Wie geht ihr mit dieser  „Doppelbelastung“ um?
Tua: Ich sehe das eher als Entlastung. Wir haben so die Möglichkeit, Sachen zu machen, die man im „engen“ Solo-Korsett nicht machen könnte. Man kann sich austoben und natürlich ist auch die Verantwortung auf vier Schultern verteilt.
Maeckes: Es ist natürlich trotzdem viel. Tua zum Beispiel war gerade fertig mit seinem eigenen Solo-Album und der Promo-Phase dazu und ist dann direkt nahtlos und Kopfüber in den Orsons-Wahnsinn gesprungen. Das ist auf jeden Fall nicht gesund.

 

 

In manchen Interviews hört man raus, dass eure Konstellation nicht immer die einfachste ist. Wie schafft ihr es trotzdem, schon so lang gemeinsam erstklassige Musik zu produzieren?
Bartek: Wir sind gute Freunde.
Tua: …und gute Feinde.

Die Orsons 2007 vs. jetzt – was hat sich verändert?
Kaas: Alles. Oder? Vielleicht auch nicht.
Tua: Das erste Album war ja ein völliges Punk-Projekt. Das war eigentlich gar nicht dazu gedacht, dass es veröffentlicht wird. Also hat sich schon viel geändert.
Maeckes: Wir sind professioneller geworden, die Hallen sind viel größer geworden und wir haben uns gefunden. Irgendwie. Beziehungsweise… die drei haben sich gefunden und mich verloren bei diesem Album!

Bartek – du hast letztes Jahr deine eigene Apfelschorle „Grober Schnitzer“ auf den Markt gebracht – Wie kam’s eigentlich dazu?
Bartek: Die hatten Bock, ich hatte Bock und ich bin ja der Apfelschnitzschneider – natürlich musste da der grobe Schnitzer her!

Welchen Drink gibt’s bei euch bei den heißen Temperaturen – auch eine Eigenkreation mit dem „Groben Schnitzer“?
Bartek: Klar, oder Piwo!

Die Orsons noch mal 10 Jahre weiter – wie sieht eure Zukunftsvision aus?
Kaas: Wir sitzen im Garten und unsere Kinder spielen mit den goldenen Schallplatten.

 

Die Orsons: Orsons Island
VÖ: 02.08.

 

 

 

Die Orsons © Monica Menez